Das Projekt Ocean Future Lab

Gemeinsam Zukünfte für unser Leben mit den Meeren entwickeln

Die Projektidee

Der nachhaltige Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen ist eine große Herausforderung, die uns alle angeht. Nur gemeinsam können Wissenschaft und Gesellschaft überzeugende Antworten auf wichtige Zukunftsfragen erarbeiten. Im Ocean Future Lab sollen deshalb möglichst viele Menschen zusammengebracht werden, die ihre Fragen und Ideen für eine nachhaltige Zukunft unserer Meere austauschen und gemeinsam kreative Impulse und Visionen entwickeln. Im Zentrum stehen die Fragen:
“Wie wollen wir mit den Meeren leben? Wie können wir mit den Küsten, Meeren und Ozeanen so nachhaltig umgehen, dass wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen sichern und eine wünschenswerte Zukunft auf unserem “blauen Planeten” gestalten?”

Das Projekt bietet Bürger:innen die Chance, ihre Sichtweise auf unsere Küsten, Meere und Ozeane einzubringen, ihre Ideen und Impulse zu formulieren und Wege in eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln. Dies geschieht im Austausch mit Wissenschaftler:innen. Im Ergebnis entstehen Zukunftsbilder, die sich aus den Fragen und Ideen der interessierten Bürger:innen zusammensetzen und auf Fakten aus der Forschung basieren. Künstler:innen übernehmen die visuelle Gestaltung dieser Zukunftsbilder.

So wird ein Raum geschaffen, in dem der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stattfinden und über künstlerisch gestaltete Zukunftsbilder nach außen transportiert werden kann. Das Ocean Future Lab ist ein Projekt im Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! In diesem Jahr stehen die Fragen an die Forschung und das Engagement der Bürger:innen im Mittelpunkt.

Der Ablauf

Zunächst werden in einem “Open Call” Themen, Ideen und Fragen gesammelt. Anschließend finden sechs Workshops statt, drei im Online-Format und drei als Präsenzveranstaltung. Als Abschlussveranstaltung ist eine Auswertung und Ergebnispräsentation der Workshops in Form eines Hackathons geplant. Ziel ist, daraus Formate zu entwickeln, die Ideen visualisieren, Entscheidungsträger adressieren und Botschaften des Projekts in die Öffentlichkeit transportieren.

Die Themen

Die konkreten Themen für das Ocean Future Lab speisen sich aus den Fragen und Ideen von Bürger:innen, die in der Anfangsphase des Projekts über die Netzwerke der Verbundpartner gesammelt werden. In einem Open Call sind alle Interessierten dazu aufgerufen kreativ zu werden und ihre Fragen und Ideen zu Meeresthemen zum Beispiel in Form von Bildern oder Videoclips einzubringen. Eine Jury wählt die besten Einsendungen für eine Online-Ausstellung aus. Die Fragen wiederum fließen in das Projekt ein. Im Fokus stehen drei Themenschwerpunkte, die entsprechend der eingesandten Fragen und Ideen ausgestaltet und bearbeitet werden:

Küsten und Küstenmeere sind Lebensräume, die vielfältig genutzt und von den Menschen direkt erlebt werden. Hier werden Schutzkonzepte, Nutzungskonflikte und Diskurse über einen nachhaltigen Umgang konkret und treffen auf individuelle Ansprüche und Wertvorstellungen. Offshore-Windparks, Fischerei und Aquakultur, Naturräume zur Erholung, Schutzgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten konkurrieren um den auch im Meer begrenzten Raum.

Hoch- und Tiefsee sind Lebenswelten, die für die meisten unerreichbar fern aber faszinierend sind und die Lebensbedingungen auf der Erde prägen. Auch hier zeigt sich, dass menschliches Handeln und Wirtschaften deutlichen Einfluss auf die Ozeane hat – besonders plakativ in dem fast allgegenwärtigen Plastikmüll und dem Lärm im Meer.

Die Ozeane sind als “Gemeinschaftsgut” (Global Commons) überragender Bedeutung für die Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Können solche Konzepte zu einem wirksamen Schutz und einer nachhaltigen Nutzung führen?  Im internationalen Seerecht wird der Tiefseeboden mit seinen Ressourcen als “gemeinsames Erbe der Menschheit” definiert. Auch die UNESCO-Weltnaturerbe-Stätten, beispielsweise das Wattenmeer der Nordsee, sollen der Welt in Zukunft erhalten bleiben.

Die Workshops

Die Ocean Future Labs werden als Präsenzveranstaltung in den beteiligten Museen sowie als Online-Format durchgeführt:

Die Online-Workshops

In den Online-Workshops geht es um kreatives Zukunftsdenken. Bürger:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen diskutieren gemeinsam Ideen für die Welt von morgen. Dazu wird eine Online-Spielfläche genutzt, auf der Szenarien für das Jahr 2050 entwickelt werden. Anstatt die Zukunft vorherzusagen, ermöglicht das Zukunftsdenken eine offene Diskussion, um die Zukunft als Chance zu begreifen, die wir bewusst und selbstbestimmt mitgestalten können. Die Ergebnisse werden als Impulse zusammengefasst und mit künstlerischen Mitteln visualisiert.

Die Präsenzveranstaltungen

In jedem der drei beteiligten Ausstellungshäuser findet eine Präsenzveranstaltung statt. Das Grundkonzept gleicht dem der Online-Workshops: interessierte Bürger:innen arbeiten mit Fachleuten aus Wissenschaft, Innovation und Kunst zu dem jeweiligen Thema. Die bereits entwickelten künstlerischen Visualisierungen können in den folgenden Workshops als zusätzliche Inspiration für den Dialog genutzt werden. In jedem Workshop werden die Ergebnisse auch wieder als Impulse gebündelt sowie künstlerisch visualisiert.

Abschlussveranstaltung und Ergebnisse

Die Impulse und Visualisierungen werden im Nachgang zu den Veranstaltungen zusammengeführt. Als Abschlussveranstaltung ist eine Auswertung und Ergebnispräsentation der Workshops in Form eines Hackathons geplant. Ziel ist, daraus Formate zu entwickeln, die Ideen visualisieren, politische Entscheidungsträger adressieren und Botschaften des Projekts in die breite Öffentlichkeit transportieren.

Auswertung als Hackathon

Auch im Rahmen des Hackathon arbeiten interessierte Bürger:innen mit Fachleuten aus Forschung, Kunst und Innovation zusammen. Hier geht es insbesondere darum, die Ergebnisse der Workshops in nutzbare Formate zu bringen. Ein Ergebnis des Hackathons könnte zum Beispiel ein aufbereitetes Impulspapier sein, das bürgerschaftlich erarbeitete Zukunftsszenarien oder Leitlinien für den Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen zusammenfasst. Dieses kann über die Netzwerke der Projektpartner gezielt in den politischen Raum sowie die Öffentlichkeit eingebracht werden.

Künstlerische Visualisierungen

Die beteiligten Kreativen visualisieren die Resultate. Es können zum Beispiel Videoclips oder andere Werke entstehen, die anschließend in Ausstellungen der beteiligten Museen, im Internet und Social Media präsentiert werden, um auch langfristig ein größeres Publikum einzubinden. Die visualisierten Ergebnisse werden zudem über die Dauer des Projekts hinaus auf einer Online-Plattform zugänglich gemacht. In die Online-Ausstellung fließen zudem die von einer Jury kuratierten Einreichungen (Videos, Bilder) aus dem Open Call in der Anfangsphase des Projekts ein.

Nach dem Projekt

Zukunftsbox “Küsten, Meere und Ozeane”

Für die Nutzung im Schulunterricht sowie weiteren Bildungsangeboten entwickelt das Ocean Future Lab gemeinsam mit dem Futurium eine  Zukunftsbox zum Thema Küsten, Meere und Ozeane. Die Zukunftsboxen können frei oder im Schulunterricht genutzt werden und haben das Ziel, Jugendliche dabei zu unterstützen, die Zukunft als Chance zu begreifen, die sie bewusst und selbstbestimmt mitgestalten können.

Ocean Future Lab als Beispiel

Das Ocean Future Lab will als innovatives Beispiel außerdem Impulse für weitere partizipative Formate zum Thema Nachhaltigkeit im Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen bieten. Bürgerschaftliches Engagement im Dialog mit den Meereswissenschaften an Zukunftsentscheidungen zu Schutz und Nutzung der Meere ist ein Schwerpunkt der Internationalen Dekade der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung 2021 bis 2030.

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